Sammlung

Den Kern der Sammlung bilden umfangreiche Bestände antiker sogenannter Kapitänsbilder und Schiffshalbmodell-Dioramen. Insgesamt können mehr als 400 Exponate in den Ausstellungsräumen besichtigt werden.

Foto: Windjammer-Museum

Das Schiffsporträt oder auch Kapitänsbild

ist die Darstellung eines Schiffes, die überwiegend im Auftrag eines Kapitäns oder Reeders angefertigt wurde. Es handelt sich um eine eigenständige Gattung realistischer, volkstümlicher Marinemalerei. Die Schöpfer der Schiffsbilder sind oft unbekannt und wurden von der akademischen Kunstwissenschaft wenig beachtet. Von einigen Malern weiß man, dass sie in Hafenstädten aktiv waren und sogar selbst zur See fuhren.

Historie: Die ersten Kapitänsbilder entstanden vermutlich im 18. Jahrhundert in italienischen Häfen. Das 19. Jahrhundert und das frühe 20. Jahrhundert stellte die Blütezeit dieses Genres dar. Durch die Verbreitung der Fotografie verlor das handwerklich geschaffene Schiffsportrait aber zunehmend an Bedeutung.

Darstellung: Die meisten Schiffsportraits zeigen das Schiff in Seitenansicht unter vollen Segeln. Manchmal erscheint dasselbe Schiff sogar mehrmals, aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben der traditionellen Seitenansicht ist zumeist eine Heckansicht wiedergegeben. Oft sind andere Schiffe im Hintergrund zu sehen, auch Häfen oder Küstenabschnitte wurden gern dargestellt. Häufig finden sich am unteren Rand die Namen des Schiffes und des Kapitäns. Ein besonderes Kennzeichen ist der hohe Grad an Detailtreue. Bei Schiffsportraits handelt es sich um ein zeitgeschichtliches Dokument, das überwiegend von Fachleuten für Fachleute gefertigt wurde.

Foto: Windjammer-Museum

Das Schiffshalbmodell-Diorama

ist eine besondere Form des Schiffsporträts und zählt neben dem „Buddelschiffbau“ zum charakteristischen Kunsthandwerk der Seeleute im 19. und 20. Jahrhundert. Die Seeleute bauten die Modelle auf ihren langen Fahrten als Freizeitbeschäftigung. Genutzt wurden alle Materialien, die verfügbar waren. Daher kommt es von Modell zu Modell zu großen Unterschieden. So können beispielsweise Segel aus Stoff, Holz, Blech oder auch Papier gefertigt worden sein. Die Qualität dieser Modelle ist von den handwerklichen Fähigkeiten des Erbauers abhängig. So können die einzelnen Schiffshalbmodell-Dioramen sehr einfach, aber auch sehr künstlerisch gestaltet worden sein.

Historie: Die Entstehungsgeschichte lässt sich auf die traditionelle Fertigung von Vorlagen für den Holzschiffbau zurückführen. Man schnitzte maßstabsgerechte Modelle aus einem Block, zertrennte sie entlang der Längsachse und montierte sie an ein Brett. Diese Halbmodelle können den Seeleuten als Anregung gedient haben. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Herstellung von Schiffs-Dioramen schnell unter der seefahrenden Bevölkerung. Schiffs-Dioramen erfreuten sich als Erinnerungsstück wie auch als schmückendes Element für die Wand der „Guten Stube“ großer Beliebtheit. Im 20. Jahrhundert, nachdem die große Zeit der Windjammer vorüber war, verlor auch die Herstellung von Schiffs-Dioramen an Bedeutung.

Darstellung:  Die Darstellung der Schiffe erfolgte in der Regel als Wasserlinienmodell unter vollen Segeln. Meistens sind noch weitere Wasserfahrzeuge wie Schlepper oder Segelboote zu sehen. Der Hintergrund des Dioramas kann sehr schlicht, aber auch sehr aufwändig künstlerisch gestaltet sein.