Schiffs-Dioramen
Schiffs-Dioramen

Das Diorama-Halbmodell (Schiffs-Diorama) ist eine besondere Form des Schiffsporträts und zählt neben dem „Buddelschiffbau“ zum charakteristischen Kunsthandwerk der Seeleute im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Die Seeleute bauten die Modelle auf ihren langen Fahrten als Freizeitbeschäftigung. Genutzt wurden alle Materialien, die verfügbar waren. Daher kommt es von Modell zu Modell zu großen Unterschieden. So können beispielsweise Segel aus Stoff, Holz, Blech oder auch Papier gefertigt worden sein. Die Qualität dieser Modelle ist von den handwerklichen Fähigkeiten des Erbauers abhängig. Einzelne Schiffs-Dioramen können sehr einfach, aber auch sehr aufwändig künstlerisch gestaltet worden sein.

Geschichte: Die Entstehungsgeschichte lässt sich auf die traditionelle Fertigung von Vorlagen für den Holzschiffbau zurückführen. Man schnitzte maßstabsgerechte Modelle aus einem Block, zertrennte sie entlang der Längsachse und montierte sie an ein Brett. Diese Halbmodelle können den Seeleuten als Anregung gedient haben. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Herstellung von Schiffs-Dioramen schnell unter der seefahrenden Bevölkerung. Schiffs-Dioramen erfreuten sich als Erinnerungsstück wie auch als schmückendes Element für die Wand der „Guten Stube“ großer Beliebtheit. Im 20. Jahrhundert, nachdem die große Zeit der Windjammer vorüber war, verlor auch die Herstellung von Schiffs-Dioramen an Bedeutung.

Schulschiff København
Halbmodell der København, um 1925 entstanden

Darstellung:  Die Darstellung der Schiffe erfolgte in der Regel als Wasserlinienmodell unter vollen Segeln. Meistens sind noch weitere Wasserfahrzeuge wie Schlepper oder Segelboote zu sehen. Der Hintergrund des Dioramas ist oft eine Kombination von Malerei und plastisch gestalteten Elementen.

Im Obergeschoss und auch zu einem kleinen Teil im Café, sind rund 230 Schiffs-Dioramen ausgestellt.
Neben den Schiffsporträts zeigt das Windjammer-Museum im Bereich des Cafés auch eine Auswahl historischer Stadtansichten der Stadt Barth aus dem Zeitraum von 1590 bis ca. 1953.